Umbau BR 38.10-40 zur BR 78.10 der DB
Auf dieser Seite wird in Zukunft der Umbau einer Fleischmann 38er (7160) in die BR 78.10 der DB dokumentiert werden. Der Umbausatz von KH-Modellbau , sowie die Fleischmann 38er sind gekauft und nun kann es losgehen.

Als Erstes wird wie immer, der Bausatz auf seine Vollständigkeit überprüft und das Werkzeug bereitgelegt.

Im Einzelnen handelt es sich um: Skalpell, Spiralbohrer 0,3mm; 0,8mm; 0,9mm; 1,0mm; 1,1mm und 1,5mm, Schlüsselfeilen, Pinzette, Schraubendreher, Sekundenkleber, Glashaarpinsel, Minibohrmaschine (Dremel o.ä.) und Lötkolben.
Zuerst wird das Tendergehäuse abgenommen und die Schraube der Stromabnehmerplatte gelöst, die Lok-Tenderkupplung entfernen und Schraube wieder eindrehen. Danach das Lokgehäuse abnehmen und den Tender von der Lok trennen. Auf der Unterseite des Fahrwerkes 1,5mm von hinten eine Bohrung von 1,32mm für ein Gewinde von 1,4mm anbringen. Nach Anbringung der Kolbenschutzrohre sind die Arbeiten am Lok-Fahrwerk abgeschlossen.
Lokgehäuse:
Der vordere Speisedom wird vorsichtig mit einem Skalpell entfernt. Für den neuen Speisedom wird vor dem Kesselring am Sandkasten im Abstand von 2,5mm nach vorn eine Bohrung von 1,5mm angebracht und der Speisedom angeklebt. Den Schlot, Generator, Pfeife, Sicherheitsventil, Luftpumpe, Speisepumpe, Vorwärmerkessel, Puffer und die Original-Kupplungen entfernen. Nach dem Bohren der Löcher für die Befestigungszapfen, werden diese Armaturen durch die Messinggussteile ersetzt. Zur Speise- und Luftpumpe, sowie zum neuen Vorwärmer werden noch Leitungen nachgebildet. Zusätzlich werden am hintersten Dom links und rechts Armaturen (nicht im Bausatz) von KH Modellbau (1055) angebracht, um die 4 parallel verlaufenden Leitungen zum Führerhaus zu befestigen.
Führerhaus:
Dies ist die schwierigste Arbeit des Umbaus. Das Führerhaus muß vom Kessel an der Klebestelle getrennt werden. Wenn die Klebeverbindung nicht so gut ausgefallen ist, läßt sich durch Ziehen und Drücken das Gehäuse trennen. Ansonsten ( wie in unserem Fall) wird das Führerhaus mit einem scharfen Skalpell oder mit einer Säge abgetrennt. Jetzt werden die Seitenwände, Stirnwand (aber ohne Stehkesselrückwand) und das Dach entfernt. Übrig bleibt also nur der Führerhausboden mit der Stehkesselrückwand. Als nächstes werden die Windstauschuten halbkreisförmig gebogen und auf der Seite die zum Kessel zeigt um 1,5mm gekürzt. Nun können die Windstauschuten aufgelötet werden. Der Kessel muß nun genau dazwischen passen. Das Führehausblech wird aus der Ätzplatine herausgetrennt und an den Biegekanten rechtwinklig gebogen. Die Biegekanten werden mit Lötzinn von innen verstärkt. Das Dach wird entsprechend der Dachrundung gebogen und auf das Führerhaus mit einem minimalem Dachüberstand von 0,5mm nach vorne aufgelötet. Das angeätzte Dreieck dient zur Orientierungshilfe der Mitte und wird nach Anbringung entfernt.
Jetzt kann man die Rückseite des Führerhauses mit dem Messinggussteil ( Türen, Lok/Tenderübergang ) vervollständigen. Hierbei muß die Dachrundung (Gussteil) etwas angepasst werden. Die Dachüberstände des Messingbleches wurden etwas mit Übermaß gezeichnet und sind durch beifeilen an die Führerhausseitenwände anzupassen. Als nächstes werden die Führerhausleitern angelötet und das kleine rechteckige Deckblech auf das Führerhausdach geklebt. Es stellt die Dachverstärkung sowie die seitlichen Regenrinnen dar. Darauf wird der Dachlüfter aus Messingguss geklebt. Die seitlichen Öffnungen müssen nach vorne ausgerichtet werden. Hier ist ein Vorbildfoto der 78 1002 sehr nützlich. An den vorhandenen Bohrungen werden noch Griffstangen aus Messingdraht, entweder durch löten oder kleben, befestigt.
Nach gründlicher Reinigung des Führerhauses erfolgt die Grundierung und Lackierung. Nach ausreichender Trockenzeit werden von innen die Scheiben aus Filmfolie mit einem nicht gasenden Kleber angebracht. Jetzt wird das Führerhaus auf dem übrig gebliebenen Führerhausboden/Stehkesselrückwand geklebt und dieses komplett an dem Kessel der P8 befestigt. Das umgebaute Gehäuse müsste jetzt genauso wie das Original auf das Fahrwerk passen. Die Lastbremsventile werden unter dem Führerhausboden vor den Aufstiegsleitern angebracht.
Fahrwerk Tender:
Gehäuse abnehmen, Motor, Tenderboden mit Achslagerblenden abschrauben und den 2., 3. und 4. Radsatz abziehen. Die Achse vom Schneckenrad mit einem Dorn herausschlagen. Der Tenderrahmen wird auf 33,8mm Gesamtlänge gekürzt. Das Schneckenrad wird wieder aufgesetzt und der Radsatz aufgezogen. Das Innenmaß zwischen beiden Rädern soll nun 7,4mm sein.
Motor aufsetzen und mit der Achslagerhalteplatte anschrauben ( Senkkopfschraube M1,7x4 ). Sollte ein Faulhaber-Motor eingebaut werden, geschieht die nun und ist nach der Umbauanleitung des Umrüstherstellers durchzuführen. Achslagerblenden und Deichsel werden rot lackiert und können nun an der Achslagerhalteplatte angelötet oder geklebt werden. Die rechte Achslagerblende hat einen kleinen Zapfen zum Halten des
Zwischenzahnrades. Dieses kann durch einschieben eines kleinen Stiftes mit flachem Kopf durch das Achsloch sicher an seiner Position gehalten werden.
Gehäuse Tender:
Rangiergriffstangen aus 0,3mm Messingdraht biegen und unter der Pufferbohle in die vorgegebenen Kerben kleben oder vorsichtig löten. Tenderaufstiegsleitern, Lampen, Puffer und Bremsschläuche anbringen. Da im Tendergehäuse sehr wenig Platz für den Motor ist, wird das Gehäuse von innen mit Tesafilm oder Lack isoliert, um einen Kurzschluß zu vermeiden. Wegen des geringen Platzes wird nicht die gesamte Stromabnehmerplatte
mit Entstörsatz aufgeklipst, sondern die einzelnen Bauteile ( Spule und Kondensator) in die Stromzuführung eingelötet. Die Stromzuführungskabel etwas kürzen und so anlöten, daß der Gleichlauf zu anderen Lokomotiven wieder hergestellt wird.
Eine Zylinderkopfschraube ( M1,4x8 ) durch den Kupplungshaken und Tenderfahrwerk stecken und damit das Gehäuse anschrauben. Jetzt kann die Verbindung des Tenders mittels des Bleches für die Lok/Tenderkupplung erfolgen. Hierzu je ein Loch von 1,32mm für das Gewinde von 1,4mm bohren im Abstand von 0,5mm.


Lackierung:
Soweit nicht vor der Montage erfolgt, werden die einzelnen Teile grundiert und lackiert.
Lok-, Tendergehäuse, Bremsschläuche, Lampen, Kupplungen und Tenderaufstiegsleitern in schwarz (RAL 9900). Pufferbohlen, Deichsel, Achslagerblenden, Führerhaustritte und Lastbremsventile in rot ( RAL 3002 ). Der Lampenspiegel wird weiß ( RAL 9010), die Pfeife und Glocke bleiben blank.
Beschriftung:
Dem Bausatz ist ein Bogen mit Nasschiebebildern beigelegt, der für die Komplettbeschriftung der ganzen Lokomotive gedacht ist und entsprechend der Skizze angebracht wird. In unserem Fall wurden die Betriebsnummer der Lokomotive durch geätzte Schilder ersetzt.


Umbau - Sabine Biaesch // Text/Umbaufotos - Michael Biaesch // Originalfoto - GeraNova Verlag, Slg. Knipping