Umbau BR 50 zur BR 50.40 der DB

Auf dieser Seite wird der Umbau einer Fleischmann 50er auf altem Fahrwerk (7177) in die BR 50.40 (Franco-Crosti) der DB dokumentiert. Der Umbausatz von KH-Modellbau , sowie die Fleischmann 50er sind gekauft und nun kann es losgehen.

Wie immer wird zuerst der Bausatz auf seine Vollständigkeit überprüft. An Werkzeug benötigen wir: Skalpell, Spiralbohrer 0,3mm; 0,5mm; 0,7mm und 1,0mm, Schlüsselfeilen, Pinzette, Schraubendreher, Glashaarpinsel, Lötkolben, Stiftenklöbchen oder Minibohrmaschine, Sekunden- und Zweikomponentenkleber.
Vorbereitung des Modells:
Zunächst wird der Kessel samt Führerhaus durch lösen der beiden unteren Schrauben vom Fahrwerk getrennt und nach oben abgenommen. Dieses Teil wird nicht mehr benötigt und kann als Ladegut verwendet werden. Am Fahrwerk werden nun folgende Teile mit dem Skalpell vom Umlauf getrennt: Luft- und Speisepumpe, Dampfströmrohre und Luftkessel. Am Beleuchungskasten (von vorne) werden die schräg angebrachten Stützen ebenfalls entfernt. Nun können die 4 Bohrungen für die neuen Sandkästen auf dem Umlaufblech von 1,0mm angebracht werden. Eine genaue Maßskizze liegt natürlich dem Umbausatz bei. Falls die Beleuchtung auf der Pufferbohle erhalten bleiben soll (dies entspricht nicht dem Vorbild), muß ein Stück schwarzer Karton oder Papier von oben auf die Glühbirne geklebt werden. In unserem Fall wurden die Laternen entfernt, die Löcher mit Sekundenkleber ausgefüllt und anschliessend glatt gefeilt. Die neuen Messinglaternen werden nun vorbildgerecht unter dem Umlaufblech befestigt. Alternativ kann eine maßstäbliche Messing-Pufferbohle (Art.Nr. 1038) aus dem KH-Programm angebaut werden, diese ist im Bausatz nicht enhalten. Nun können die Bohrungen für die Brems- und Heizschlauchkupplungen (1,0mm), sowie die Originalkupplung und Rangiergriffstangen (0,7mm) an der Lok angebracht werden. Der N-Kupplungshaken wurde in unserem Fall von der vorderen Deichsel gelöst, da bei der Anbringung von Brems- und Heizschlauch die Deichsel nicht mehr ausscherfähig ist. Letze Arbeit am Fahrwerk ist das Anbringen der Luftkessel unter dem neu zu bauenden Führerhaus.
Zusammenbau des Franco-Crosti Umbaukessels:
Alle Gußteile müssen sorgfältig entgratet und gesäubert werden. Der neue Kessel wird nun auf das Fahrwerk geschraubt, das Umlaufblech darf sich dabei auf beiden Seiten nicht durchbiegen. Eventuell muß an den Kesselstützen etwas Material von unten abgefeilt werden. Das gleiche gilt auch für den Beleuchtungskasten. Nun kann die Rauchkammer mit Stütze an den Kessel angepaßt und angeklebt werden. Als nächstes werden die Messing-Feingußteile, bestehend aus Heinl-Mischvorwärmerpumpe, Generator mit Indusiformer, Luftpumpe, Dampfpfeife und der seitliche Schlot nach Zeichnung an den Kessel angesetzt. Der vordere Rauchkammer-Aufstiegstritt mit Rauchkammerstützen darf nicht auf der Pufferbohle, sondern nur an der Rauchkammer befestigt werden, da sonst die Lok für die spätere Lackierung nicht mehr demontierbar wäre. Au der rechten Umlaufverlängerung wird die Glocke aufgesetzt. Jetzt können beide Umlaufverlängerungen an der Rauchkammer und Rauchkammertritt angepaßt und angeklebt werden.
Führerhaus:
Das Führerhaus besteht aus 8 Teilen. Am zweckmäßigstens ist es, daß Dach und die Stirnwand rechtwinklig zusammenzukleben oder vorsichtig zu löten (nur mit einer temperaturgesteuerten Lötanlage). Es ist unbedingt darauf zu achten, daß die Dach- und Stirnwandmitte übereinstimmen. Als nächstes werden die linke und rechte Führerhaus- Seitenwand an Stirnwand und Dach angesetzt und die Führerhaus-Rückwand eingepasst. Die Führerhaus-Inneneinrichtung (Stehkessel-Rückwand) mit den angebrachten Stiften in die an der Stirnwand vorgesehenen Bohrungen einführen. Jetzt kann das Führerhaus angepaßt und eventuell muß seitlich rechts und links etwas beigefeilt werden. Sollte der Boden - wegen des Stehkessels - nicht bündig sitzen, muß der Stehkessel nochmals entfernt und von unten befeilt werden. ACHTUNG: Boden und Stehkessel unbedingt erst nach der Lackierung einkleben, da sonst beim Spritzlackieren ein Luftstau im Führerhaus entseht und die Farbe nicht an sämtlichen Stellen deckt. Zum Schluß wird das beiliegende Ätzblech (Verlängerung am hinteren Drittel des Daches) montiert. Dieses diente zur Ablenkung der Rauchgase, damit diese nicht in das Führerhaus zogen. Hierzu wird das Blech entsprechend dem Radius des Daches gebogen und angepaßt. Die Füßchen links und rechts werden rechtwinklig nach unten gebogen und auf das Dach geklebt.
Umbau Tender:
Am Tender fällt nur wenig Arbeit an. Zuerst wird die Klappen-Rückwand an die hintere Kohlenbunkerwand geklebt. Danach werden die seitlichen Tenderklappen nach Zeichnung eingesetzt. Die Tenderklappen können beweglich gehalten werden, wurden in unserem Fall aber in geöffneten Zustand mit Kleber fixiert.

Lackierung:
Soweit nicht schon vor der Montage geschehen, werden die einzelnen Teile grundiert und lackiert.
Pufferbohle, Deichsel, Achslagerblenden und Luftkessel in kaminrot (RAL 3002)
Lok- und Tendergehäuse, Bremsschläuche und Kupplungen in schwarz (RAL 9005)
Die Lampenspiegel werden mit weiß (RAL 9010) ausgefüllt, die Glocke bleibt blank.
Jetzt können
die mitgelieferten Schilder und Nasschieber in der gewohnten Weise angebracht werden. Es erfolgt nun die Endmontage mit anschließender Probefahrt.

Im Bild oben ist unsere fertige Lok zu sehen, darunter 2 Vergleichsfotos mit der 50 4017 von HACKH. Auf dem linken Foto ist vorne die "Franco-Crosti"-Maschine von KH-Modellbahnbau mit dem nun masstäblichen Führerhaus zusehen. Daneben die Stirnansicht mit den nun vorbildgetreu angebrachten Lampen und den stimmigen Mischvorwärmer.
Umbau - Sabine Biaesch // Text/Umbaufotos - Michael Biaesch // Originalfoto - GeraNova Verlag, Slg. Knipping